Die Concacaf-Länder erwägen, die Unterstützung für FIFA-Präsident Gianni Infantino zurückzuziehen, nachdem Europa einen wachsenden Aufstand gegen seine Amtsführung erlebt hat. Ein möglicher Wandel könnte die globale Fußball-Governance vor der Bewerbungsrunde für den 2031 Women’s World Cup grundlegend neu ausrichten.
Notfalltreffen von Concacaf und Abstimmung mit der UEFA
Alle 41 Mitglieder von Concacaf – dem Verband, der Nordamerika, Mittelamerika und die Karibik vertritt – hatten vor der Weltmeisterschaft Schreiben eingereicht, die Infantinos Wiederwahl befürworteten. Viele überdenken dies nun jedoch ernsthaft, nachdem am vergangenen Freitag ein Notfalltreffen stattgefunden hat. Eine Quelle, die an dem Treffen teilnahm, sagte der Guardian, dass alle Mitglieder stark mit der UEFA ausgerichtet seien, was Forderungen nach dem Rücktritt von Infantino ausgelöst habe.
Finnland wurde am vergangenen Donnerstag als erster FIFA-Mitgliedsverband, der öffentlich seine Unterstützung zurückzog, gefolgt von dem Football Association of Wales am Montag. Laura McAllister, eine Vizepräsidentin der UEFA, hatte in einem Notfalltreffen der UEFA einen Boykott der Weltmeisterschaft vorgeschlagen, und der Verband hat seine Unterstützung ebenfalls zurückgehalten.
Schlüsselgründe für Concacafs Entscheidung
Mehrere Herausforderungen erschweren die Situation. Vier Concacaf-Mitglieder – die USA, Mexiko, Costa Rica und Jamaika – bewerben sich um die Ausrichtung des 2031 Women’s World Cup; diese Entscheidung bedarf der Zustimmung der FIFA im November. Berichten zufolge ist der US-Fußballverband unzufrieden mit Infantino, insbesondere wegen seines Umgangs mit Donald Trump im Zusammenhang mit der Folarin-Balogun-Affäre, könnte jedoch wegen politischer Sensibilitäten eine direkte Konfrontation vermeiden.
Zudem wurde Concacafs Präsident Victor Montagliani als möglicher Nachfolger gehandelt, was die Haltung des Verbandes beeinflussen könnte.
Vergleich der Rückzüge der Unterstützung
| Verband | Status | Datum |
|---|---|---|
| Finnland | Unterstützung öffentlich zurückgezogen | Letzten Donnerstag |
| Wales (FAW) | Unterstützung öffentlich zurückgezogen | Montag |
| England (FA) | Unterstützung zurückgehalten (schriftlich) | Berichtet |
| Concacaf-Mitglieder | Zieht Rückzug in Erwägung | Notfalltreffen |
Mögliche Auswirkungen auf die FIFA und die Fußball-Governance
Wenn Concacaf die Unterstützung formell zurückzieht, wäre das ein erheblicher Rückschlag für Infantinos Wiederwahlkampf. Die Ausrichtung des Verbandes an der UEFA könnte die Führung der FIFA isolieren und die Verantwortung einfordern. Die Bewerbung für den 2031 Women’s World Cup bringt jedoch zusätzliche Komplexität mit sich, da die Mitgliedsländer politische Risiken gegeneinander abwägen könnten.
Infantinos Amtszeit war von Kontroversen geprägt, unter anderem durch ethische Untersuchungen und Kritik an seiner Beziehung zu Staats- und Regierungschefs. Diese jüngste Entwicklung unterstreicht die wachsende Unzufriedenheit unter den Mitgliedsverbänden.
Wichtige Erkenntnisse
- Concacaf-Mitglieder erwägen, nach einem Notfalltreffen die Unterstützung für Infantino zurückzuziehen.
- Finnland und Wales haben bereits öffentlich zurückgezogen; England hat Unterstützung zurückgehalten.
- Die Bewerbung von vier Concacaf-Nationen um den 2031 Women’s World Cup erschwert die Entscheidung.
- US Soccer könnte eine direkte Konfrontation trotz Unzufriedenheit vermeiden.
- Die Ausrichtung an der UEFA deutet auf einen koordinierten Versuch hin, Infantino zu entfernen.