Fachkräfte für medizinische Bildgebung (Radiologiefachkräfte) im NHS berichten von einem Anstieg offener rassistischer Beschimpfungen durch Patientinnen und Patienten, wie aus einem neuen Bericht hervorgeht. Dabei sehen sich die Mitarbeitenden beleidigenden Ausdrücken, der Verweigerung der Versorgung und diskriminierenden Äußerungen ausgesetzt. Diese alarmierende Entwicklung macht die anhaltenden Herausforderungen deutlich, denen Beschäftigte im Gesundheitswesen aus unterschiedlichen Hintergründen täglich begegnen.
Umfrage zeigt weit verbreiteten Rassismus in Radiologieabteilungen
Die Society of Radiographers befragte 381 Mitglieder und stellte einen deutlichen Anstieg rassistischer Vorfälle in den vergangenen 18 Monaten fest. Beispiele sind, dass Patientinnen und Patienten das Personal „Monkeys“ („Affen“), „dirty foreigners“ („dreckige Ausländer“) nennen und die Behandlung durch schwarze oder asiatische Radiologiefachkräfte verweigern.
Eine Patientin sagte einer schwarzen Radiologiefachkraft: „Black people frighten me“ („Schwarze Menschen machen mir Angst“). Eine andere machte Witze über das Kopftuch einer Mitarbeiterin – obwohl sie mit einem milden Yorkshire-Akzent sprach. Solche Vorfälle schaffen ein feindseliges Arbeitsumfeld und beeinträchtigen die Patientenversorgung.
Auswirkungen auf Beschäftigte im Gesundheitswesen und auf die Patientenversorgung
Prof. Habib Naqvi, Geschäftsführer des NHS Race and Health Observatory, bezeichnete die Ergebnisse als eine „erschreckende Erinnerung an den Rassismus, die Vorurteile und den Hass, die in unserer Gesellschaft fortbestehen“. Er betonte, dass diese Vorfälle bei der heterogenen Belegschaft Furcht, Trauma und Angst auslösen.
Radiologiefachkräfte wie Paul Awah, der vor fünf Jahren von Nigeria nach Großbritannien kam, werden häufig von Patientinnen und Patienten damit konfrontiert, dass diese behaupten, sie könnten ihn nicht verstehen – obwohl Englisch seine Muttersprache ist. Dieser subtile Rassismus ist ebenso schädlich wie offene Übergriffe.
Warum Null-Toleranz-Politiken entscheidend sind
Der Bericht fordert einen klaren, konsequent durchgesetzten Ansatz mit Null Toleranz im gesamten NHS. Derzeit fühlen sich viele Mitarbeitende nicht ausreichend unterstützt, wenn sie Vorfälle melden. Das führt zu Untererfassung und dazu, dass der Missbrauch fortgesetzt wird.
Führungskräfte im Gesundheitswesen müssen Schulungen und Unterstützungsstrukturen umsetzen, um die Mitarbeitenden zu schützen und sicherzustellen, dass rassistisches Verhalten von Patientinnen und Patienten Konsequenzen hat.
Daten-Tabelle: Arten rassistischer Vorfälle, die gemeldet wurden
| Art des Vorfalls | Prozentanteil der Befragten |
|---|---|
| Verbale Gewalt (Schimpfworte, Beleidigungen) | 62% |
| Verweigerung der Versorgung durch Patient | 38% |
| Diskriminierende Äußerungen über Mitarbeitende | 55% |
| Microaggressions (z. B. Beschwerden über den Akzent) | 47% |
Wichtige Erkenntnisse für Führungskräfte im Gesundheitswesen
- Rassistische Übergriffe nehmen in den NHS-Radiologieabteilungen zu und beeinträchtigen die Arbeitsmoral sowie die Bindung von Mitarbeitenden.
- Politiken mit Null-Toleranz müssen konsequent durchgesetzt werden, mit klaren Meldewegen.
- Schulungen zu unbewusster Voreingenommenheit und interkultureller Kompetenz sind für alle Mitarbeitenden unerlässlich.
- Unterstützungssysteme für Betroffene rassistischer Übergriffe müssen zugänglich und vertraulich sein.
So kann man Rassismus im NHS bekämpfen
Um dieses Problem zu bekämpfen, sollten NHS-Träger einen mehrgleisigen Ansatz verfolgen. Erstens sollte ein eigenes Meldesystem für rassistische Vorfälle eingerichtet werden, das Anonymität und eine nachfolgende Bearbeitung sicherstellt. Zweitens sollten regelmäßige Anti-Rassismus-Schulungen für alle Mitarbeitenden bereitgestellt werden.
Drittens sollten Patientengruppen einbezogen werden, um die Öffentlichkeit über die Auswirkungen von Rassismus auf die Gesundheitsversorgung aufzuklären. Schließlich müssen Patientinnen und Patienten für missbräuchliches Verhalten zur Verantwortung gezogen werden – einschließlich des Ausschlusses von Personen, die wiederholt rassistisch sind.