Jane Schoenbruns neuester Film Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist ein rauschhaftes, genreübergreifendes Slasher-Spektakel, das die Regisseurin als Meisterin der popkulturellen Subversion festigt. Mit der hervorragenden Gillian Anderson in der Rolle einer zurückgezogenen Final Girl verwandelt der Film die Slasher-Klischees der 80er in eine befreiende, queer-infizierte schwarze Messe voller Ekstase und Kink. Kritiker bezeichnen ihn bereits als einen der kühnsten und unterhaltsamsten Horrorfilme des Jahres.
Die Handlung folgt Kris (Hannah Einbinder), einer jungen Independent-Filmemacherin, die seit ihrer Kindheit von der fiktiven Camp Miasma-Reihe besessen ist. Als sie engagiert wird, um ein lukratives Reboot zu inszenieren, muss Kris das ursprüngliche Final Girl, Billy Presley (Anderson), davon überzeugen, wieder auf die Leinwand zurückzukehren. Billy hat sich jedoch in das tatsächliche verlassene Camp zurückgezogen, das im ersten Film verwendet wurde, und lebt dort als weltgewandte Einsiedlerin, umgeben von Junkfood und 35mm-Filmrollen.
Ein queerer Slasher für die Ewigkeit
Schoenbrun, bekannt für We're All Going to the World's Fair und I Saw the TV Glow, erfindet erneut ein vollständig realisiertes Medienphänomen. Die fiktive Camp Miasma-Reihe zeigt einen transgeschlechtlichen Killer namens Little Death, der eine Deckenlüftung als Maske trägt und aus einem See auftaucht, um Camper brutal aufzuspießen. Der Vorspann zeichnet clever den Aufstieg und Fall der Reihe sowie die unerträgliche kulturwissenschaftliche Diskussion über ihre Geschlechterpolitik nach.
Die Genialität des Films liegt in seiner aufrichtigen Behandlung von Trash. Schoenbrun überzeugt das Publikum davon, dass das Slasher-Genre erhebend und befreiend progressiv sein kann. Kris‘ kindlicher Nervenkitzel angesichts der tödlichen Gefahr des Final Girls – sie fühlt sich sowohl in das Opfer als auch in den Killer hinein – spiegelt ihr eigenes verwirrendes queeres Erwachen wider. Dieser emotionale Kern erhebt das Gemetzel zu etwas zutiefst Bewegendem.
Gillian Andersons szenestehlende Darbietung
Anderson liefert eine trocken-elegante Darbietung als Billy Presley, eine Figur so ikonisch wie Norma Desmond oder Shelley Duvall. Ihre Billy ist eine weltgewandte Kennerin von Sexfantasien und Snacks, die sich damit amüsiert, die arme Kris zu verunsichern. Als Kris ihr ernsthaft ihre queere Polyamorie beschreibt und Judith Butler zitiert, ist Billy sowohl verwirrt als auch genervt; sie bevorzugt die rohe, untheoretisierte Kraft des Originalfilms.
Die Chemie zwischen Einbinder und Anderson ist elektrisierend. Eine Schlüsselszene zeigt sie beim gemeinsamen Anschauen des originalen Camp Miasma, wo Kris aufgeregt auf eine Split-Diopter-Einstellung hinweist – Vorder- und Hintergrund sind gleich scharf, wie in Brian De Palmas Carrie. Schoenbrun spiegelt diese Technik in ihrem eigenen Finale wider und schafft so einen traumhaften, metakinetischen Höhepunkt.
Warum dieser Film wichtig ist
Dies ist nicht nur ein Horrorfilm; es ist ein kulturelles Artefakt über Obsession, Fandom und Selbstfindung. Der Film behandelt seine imaginäre Reihe mit völligem Fan-Ernst, vom Merchandise über die Videospiele bis hin zu den Fan-Theorien. Er fragt, was es bedeutet, etwas Problematisches zu lieben, und wie Kunst Gefühle freisetzen kann, die das reale Leben nicht bieten kann.
Für Fans von queerem Horror, Meta-Kommentar und anspruchsvollen Slashern ist Teenage Sex and Death at Camp Miasma ein Muss. Es ist ein bizarrer, wunderschöner und blutgetränkter Triumph, der einen sowohl begeistert als auch verfolgt zurücklässt.
Wichtige Themen und Bilder
- Transformative Ekstase: Das Slasher-Genre als Vehikel für queere Befreiung.
- Unterwerfende Verzückung: Die Machtdynamik zwischen Fan und Ikone, Regisseur und Star.
- Split-Diopter-Einstellungen: Eine bewusste Hommage an De Palma, verwendet um duale Perspektiven zu symbolisieren.
- Junkfood und Kink: Billys Welt ist eine der sinnlichen Freude und dunklen Geheimnisse.
FAQ
Wer spielt in Teenage Sex and Death at Camp Miasma mit?
Der Film spielt Gillian Anderson als Billy Presley und Hannah Einbinder als Kris. Andersons Darbietung wird als hervorragend, trocken und verführerisch gelobt, während Einbinder der besessenen Fan-Regisseurin eine aufrichtige Verletzlichkeit verleiht.
Worum geht es in Camp Miasma im Film?
Innerhalb des Films ist Camp Miasma eine fiktive Slasher-Reihe mit einem transgeschlechtlichen Killer namens Little Death, der eine Deckenlüftung als Maske trägt. Die Serie handelt von dem Killer, der aus einem See an einem Feriencamp auftaucht, um Teenager brutal zu ermorden. Der eigentliche Film erforscht das Fandom und die kulturelle Wirkung dieser Reihe.
Ist Teenage Sex and Death at Camp Miasma ein queerer Film?
Ja, der Film ist zutiefst queer. Er nutzt das Slasher-Genre, um Themen wie Geschlechtsidentität, sexuelles Erwachen und transformative Ekstase zu erkunden. Regisseurin Jane Schoenbrun, bekannt für queeren Horror wie I Saw the TV Glow, behandelt das Material mit völliger Aufrichtigkeit und macht ihn so zu einer Feier und einer Kritik der Fan-Kultur zugleich.
