Steven Soderbergh hat es wieder getan. Der produktive Regisseur liefert einen scharfsinnigen, witzigen und absolut überraschenden Film, der in London spielt. The Christophers ist ein Film über Kunst, Wert und das chaotische Leben derer, die sie erschaffen. Mit Ian McKellen und Michaela Coel in den Hauptrollen wird dieses Duo bereits als das beste des Jahres gefeiert.
Die Geschichte dreht sich um Julian Sklar, einen einst verehrten, aber inzwischen mürrischen englischen Maler. Brillant gespielt von Ian McKellen, lebt Julian allein in einem chaotischen Stadthaus in Bloomsbury. Er ist ein Mann voller ausufernder Tiraden und scharfer Meinungen, ein wahres Relikt der School of London Kunstbewegung.
Dann betritt Lori Butler die Bühne, eine ehemalige Kunststudentin, die vom Pech verfolgt wird. Michaela Coel verleiht der Rolle eine stille, kraftvolle Intensität. Sie wird von Julians gierigen erwachsenen Kindern Barnaby (James Corden) und Sallie (Jessica Dunning) angeheuert, um eine versteckte Serie von Gemälden namens The Christophers zu finden.
Eine Meisterklasse in Sachen Schauspiel
McKellen und Coel teilen eine magnetische Leinwandchemie. McKellens Julian ist widerlich, witzig und unerwartet verletzlich. Coels Lori ist eine Studie in kontrollierter Wut und verborgener Leidenschaft. Ihre Szenen zusammen knistern vor Spannung und Witz und machen jede Interaktion zu einem Höhepunkt.
Soderberghs Regie ist schlank und energiegeladen. Er dreht digital und nutzt intime Schauplätze, um ein Gefühl klaustrophobischer Kreativität zu erzeugen. Das Drehbuch von Ed Solomons, dem Schwiegersohn von John Cleese, fängt eine perfekt getroffene Englischheit ein, die mit dem Besten von Paul Thomas Andersons Der seidene Faden mithalten kann.
Die Handlung: Kunst, Geld und verborgene Meisterwerke
Julian Sklar ist tief gefallen. Er nimmt Cameo-Videos gegen Geld auf, seine Steuerschuld wird mit einem Gemälde beglichen, das in einem Regierungsbüro hängt, und seine Fernsehshow Art Fight ist längst abgesetzt. Seine Kinder Barnaby und Sallie interessieren sich nur für sein Geld. Sie glauben, dass eine Serie von Gemälden aus den 1990er Jahren, leidenschaftliche Studien von Julians ehemaligem Liebhaber Christopher, ein Vermögen wert ist.
Loris Aufgabe ist es, The Christophers zu finden, die irgendwo im Haus versteckt sind. Je tiefer sie gräbt, desto mehr deckt sie Familiengeheimnisse auf, den wahren Preis der Kreativität und den Unterschied zwischen Kunst und Ware. Die Handlung bewegt sich schnell, mit einer elliptischen und unsentimentalen Note, die einen ständig rätseln lässt.
Behandelte Schlüsselthemen
- Zuschreibung und Wert: Was macht Kunst wertvoll? Der Name des Künstlers oder das Werk selbst?
- Familiäre Gier: Die Selbstsucht der Kinder spiegelt die Kommodifizierung der Kunst wider.
- Erlösung: Kann ein alter, verbitterter Künstler durch eine junge, entschlossene Assistentin Frieden finden?
Der Film ist auch ein witziger Kommentar zur modernen Kunstwelt. Er nimmt Reality-TV, Steuerschlupflöcher und das unerbittliche Streben nach Profit aufs Korn. Soderbergh und Solomons erschaffen eine Welt, die sich sowohl spezifisch als auch universell anfühlt.
Warum dieser Film wichtig ist
The Christophers ist mehr als nur eine clevere Komödie. Es ist eine nachdenkliche Erkundung von Vermächtnis und Bedeutung. McKellen liefert eine seiner besten Leistungen, während Coel beweist, dass sie eine Macht ist, mit der man rechnen muss. Die Nebendarsteller, darunter Corden und Dunning, verleihen dem Film zusätzliche komische und dramatische Tiefe.
Kritiker haben den schnellen, literarischen Dialog des Films und seine Fähigkeit zu überraschen gelobt. Es ist ein seltener Film, der einen gleichzeitig zum Nachdenken, Lachen und Fühlen bringt. Für Fans von intelligentem Kino ist dies ein Muss.
Abschließendes Urteil
Kühn, witzig und zutiefst menschlich – The Christophers ist ein Triumph. Soderbergh beweist einmal mehr, warum er einer der vielseitigsten Regisseure ist, die heute arbeiten. McKellen und Coel bilden ein Duo für die Ewigkeit. Nicht verpassen.
Häufig gestellte Fragen
Wer hat The Christophers inszeniert?
Steven Soderbergh führte bei dem Film Regie. Er ist bekannt für seine eklektischen, temporeichen Projekte und seine Fähigkeit, seinen Darstellern herausragende Leistungen zu entlocken.
Worum geht es in The Christophers?
Der Film folgt einem alternden Künstler, Julian Sklar, und seiner Assistentin Lori Butler. Sie wird angeheuert, um eine versteckte Serie von Gemälden namens The Christophers zu finden, die seine gierigen Kinder für ein Vermögen verkaufen wollen.
Wo wurde The Christophers gedreht?
Der Film wurde an Originalschauplätzen in London gedreht, hauptsächlich im Stadtteil Bloomsbury. Soderbergh nutzte intime, reale Umgebungen, um dem Film ein authentisches Gefühl zu verleihen.
Basiert The Christophers auf einer wahren Geschichte?
Nein, es ist eine fiktive Geschichte. Sie greift jedoch reale Themen aus der Kunstwelt auf, darunter Debatten über Zuschreibung, Wert und den Druck auf alternde Künstler.
