Die australische Regierung hat im Rahmen des Bundeshaushalts weitreichende Kürzungen am Nationalen Behindertenversicherungssystem (NDIS) angekündigt, um in den nächsten vier Jahren mehr als 36 Milliarden Dollar einzusparen. Schatzminister Jim Chalmers bezeichnete die Änderungen als echte Wirtschaftsreform und erklärte, sie seien unerlässlich, um das NDIS auf seinen ursprünglichen Zweck zurückzuführen, nämlich die Unterstützung von Menschen mit erheblichen und dauerhaften Behinderungen. Aus den Haushaltsunterlagen geht hervor, dass die Zahlungen an die Teilnehmer bis 2030 um mindestens 37,8 Milliarden Dollar gekürzt werden, was die größte einzelne Sparmaßnahme im Haushalt darstellt.
Das NDIS unterstützt derzeit über 760.000 Australier mit Behinderungen, aber seine Kosten sind untragbar gestiegen. Ohne Eingreifen wäre das System bis 2034-35 voraussichtlich auf jährliche Kosten von 95,8 Milliarden Dollar angewachsen und würde bis 2033 mehr als 1 Million Teilnehmer unterstützen. Gesundheitsminister Mark Butler betonte, dass das NDIS zu viel kostet und zu schnell wächst im Vergleich zu jedem vergleichbaren Regierungsprogramm, was diese Kürzungen unvermeidlich und dringend macht.
Wesentliche Änderungen am NDIS
Die Regierung wird Gesetze einbringen, um den Zugang zum NDIS einzuschränken, wobei der Schwerpunkt auf den Zulassungskriterien und der Reduzierung der Anzahl außerplanmäßiger Neubewertungen liegt. Ab dem 1. Januar 2028 wird ein neues standardisiertes Bewertungsinstrument eingeführt, um den Zugang einer Person zum System zu bestimmen. Es wird erwartet, dass diese Änderungen die Zahl der Teilnehmer bis 2030 auf rund 600.000 reduzieren, gegenüber früheren Prognosen von 900.000.
Die Nationale Agentur für Behindertenversicherung (NDIA) wird ebenfalls Kürzungen hinnehmen müssen; ihre Personalstärke wird im nächsten Haushaltsjahr um 669 auf 9.840 reduziert. Die NDIS-Qualitäts- und Sicherheitskommission wird jedoch fast 200 zusätzliche Mitarbeiter erhalten, da die Regierung die Registrierungsanforderungen für Anbieter ausweitet. Die Leistungen für Arbeitnehmer im Rahmen des Systems werden sich ab 2027-28 halbieren, während die Zahlungen an die Teilnehmer voraussichtlich bis 2030 bei jährlich zwischen 53 und 54 Milliarden Dollar stagnieren werden.
Unterstützung für nicht mehr Anspruchsberechtigte
Programme außerhalb des NDIS für Personen, die nicht mehr anspruchsberechtigt sind, erhalten in den nächsten fünf Jahren 3 Milliarden Dollar von der Bundesregierung, mit entsprechenden Beiträgen der Bundesstaaten und Territorien. Dazu gehört das Thriving Kids-Programm für Kinder unter neun Jahren mit Autismus und Entwicklungsverzögerungen, das eine kontinuierliche Unterstützung für gefährdete Gruppen gewährleistet. Die Regierung strebt eine Balance zwischen fiskalischer Verantwortung und den Bedürfnissen von Australiern mit Behinderungen an.
Auswirkungen auf Teilnehmer und Anbieter
Die Haushaltsunterlagen zeigen, dass die Wachstumsrate des NDIS bis zum Ende des Jahrzehnts auf 2 % pro Jahr gedeckelt wird, um zu verhindern, dass sein Budget bis Mitte der 2030er Jahre auf über 100 Milliarden Dollar pro Jahr ansteigt. Ohne diese Änderungen wäre das System auf dem Weg gewesen, bis 2028-29 Kosten von 63 Milliarden Dollar zu verursachen. Gesundheitsminister Butler merkte an, dass die Änderungen der Zulassungskriterien darauf abzielen, das NDIS für zukünftige Generationen nachhaltig zu machen.
Anbieter werden mit neuen Registrierungsanforderungen konfrontiert sein, und die NDIS-Qualitäts- und Sicherheitskommission wird mehr Personal haben, um die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen. Die Regierung erwartet, dass diese Maßnahmen das Ausgabenwachstum reduzieren und gleichzeitig die Versorgungsqualität für die Teilnehmer aufrechterhalten. Die Kosten des Systems stiegen im letzten Jahr um mehr als 10,3 %, was die Dringlichkeit der Reform unterstreicht.
FAQ-Bereich
Was ist das NDIS und warum werden Kürzungen vorgenommen?
Das Nationale Behindertenversicherungssystem (NDIS) ist ein australisches Regierungsprogramm, das Menschen mit Behinderungen unterstützt. Die Kürzungen zielen darauf ab, über vier Jahre 36,2 Milliarden Dollar einzusparen, indem die Wachstumsrate des Systems reduziert wird, da es bis Mitte der 2030er Jahre voraussichtlich jährlich fast 100 Milliarden Dollar kosten würde. Die Regierung sagt, diese Änderungen seien notwendig, um das NDIS auf seinen ursprünglichen Zweck zurückzuführen, nämlich die Unterstützung von Menschen mit erheblichen und dauerhaften Behinderungen.
Wie werden sich die Kürzungen auf die aktuellen NDIS-Teilnehmer auswirken?
Aktuelle Teilnehmer könnten mit reduzierten Anspruchsvoraussetzungen oder Änderungen in den Neubewertungsprozessen konfrontiert werden. Die Regierung erwartet, dass die Teilnehmerzahl bis 2030 auf rund 600.000 sinken wird, gegenüber früheren Prognosen von 900.000. Allerdings werden Programme außerhalb des NDIS 3 Milliarden Dollar an Finanzmitteln erhalten, um diejenigen zu unterstützen, die nicht mehr anspruchsberechtigt sind, einschließlich des Thriving Kids-Programms für Kinder mit Autismus.
Wann treten die neuen NDIS-Änderungen in Kraft?
Noch in dieser Woche wird Gesetzgebung zur Einleitung der Umstrukturierung eingebracht, wobei ein neues standardisiertes Bewertungsinstrument ab dem 1. Januar 2028 eingesetzt werden soll. Die NDIA wird im nächsten Haushaltsjahr ihre Personalstärke um 669 reduzieren, während die Zahlungen an die Teilnehmer zwischen 2027-28 und 2030 stagnieren werden. Die Regierung strebt an, das Wachstum des Systems bis zum Ende des Jahrzehnts auf 2 % pro Jahr zu deckeln.
