Ganz im Sinne seiner eigenen Tradition hat Glashütte Original auf der Baselworld 2015 zwei neue Modelle seiner Pano- und zwei Senator-Linien vorgestellt. Einerseits die PanoMatic Lunar und die PanoReserve, andererseits die Senator Observer und den Star des Jahres: die Senator Cosmopolite. Das Interessanteste ist, dass in allen Fällen – außer bei der Cosmopolite – die Möglichkeit einer Stahlvariante angeboten wird, was ihre Preise für den durchschnittlichen Fan weniger astronomisch macht.
Die beiden Panos haben klar definierte Persönlichkeiten: mattschwarzes, galvanisiertes Zifferblatt für das Roségold und dunkelblau für das Stahlmodell, beide mit den Stunden- und Minutenanzeigen auf einer vertikalen Achse auf der linken Seite und allen Anzeigeelementen, die nach dem Goldenen Schnitt verteilt sind. Es ist wichtig zu bedenken, dass Glashütte Original eine eigene Zifferblattmanufaktur in Pforzheim besitzt, wo rund 40 Arbeitsschritte für die Fertigstellung notwendig sind: Allein das Aufbringen der grafischen Elemente erfordert vier verschiedene Schritte (PanoMaticLunar) oder sogar sechs (PanoReserve). Das „Deutschland“ des Ganzen ist in allen Details offensichtlich: von der deutlichen Aufschrift „Made in Germany“ über die deutschen Bezeichnungen auf dem Zifferblatt (Gangreserve, Mondphase, Ab-Auf…) bis hin natürlich zur charakteristischen, exquisit verzierten – und abgeschrägten – Dreiviertelplatine seines Kalibers.
Die PanoMatic Lunar wird vom Automatikkaliber 90-02 angetrieben, das 32,6 mm im Durchmesser und 7 mm hoch ist, und verfügt über einen Rotor mit einem 21-karätigen Goldschwunggewicht und 47 Rubinen. 42 Stunden Gangreserve (+/- 5%) bei einer Frequenz von 28.800 Halbschwingungen pro Stunde oder 4 Hertz. Das Kaliber 65-01, das die PanoReserve verwendet, ist etwas kleiner: 32,2 mm im Durchmesser und 6,1 mm hoch und hat einen Rubin mehr (48). Es hat die gleiche Gangreserve (42 Stunden), die diesmal auf dem Zifferblatt angezeigt wird.
Trotz unterschiedlicher Kaliber teilen sich beide Modelle das große „Panorama“-Datum, ein kleines mechanisches Wunderwerk, das sie von vielen anderen großen Daten unterscheidet: Die meisten haben aus Platzgründen die Zehner- und Einer-Scheiben auf unterschiedlichen Höhen und wenden den „Trick“ an, einen vertikalen Balken im Fenster zu platzieren, um diese Stufe zu verbergen. Bei Glashütte Original handelt es sich um zwei konzentrische Scheiben in derselben Ebene, die ästhetisch viel ansprechender sind, da sie diesen Balken nicht benötigen. Sie teilen sich auch die Duplex-Feinregulierung, einen doppelten Schwanenhals für die Feineinstellung des Uhrwerks: Der linke reguliert die Symmetrie der Hemmung, indem er auf den Ankerstift wirkt, während der rechte direkt auf den Unruhzeiger wirkt und die wirksame Länge der Spiralfeder verkürzt oder verlängert. Und natürlich die prächtige, handverzierte Unruhbrücke, eine Unruh, die wiederum mit achtzehn! Schrauben ausgewuchtet ist.
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Das Gehäuse, ob aus Roségold oder Stahl, hat einen Durchmesser von 40 mm, eine Höhe von 11,7 mm (bei der PanoMatic Lunar einen Millimeter mehr) und selbstverständlich einen Sichtboden, um die großartige Arbeit der Uhrmacher und Kunsthandwerker der Manufaktur bewundern zu können. Sowohl die Indizes als auch die Zeiger sind aus Gold (je nach Modell Rosé- oder Weißgold). Die Bandanstoßbreite von 20 mm kann ein Alligatorlederband in einer dem Zifferblatt entsprechenden Farbe oder bei der Stahlvariante ein Metallband aufnehmen.
Die Preise sind für beide Modelle gleich: 20.200 € für die Roségold-Version und 9.700 € für die Stahl-Version (1.100 € mehr, wenn Sie sich bei der Stahlvariante für das Metallband entscheiden). Eine deutsche Manufaktur für unter 10.000 €? Wenn nicht eine „Zukunft“, so doch eine „beträchtliche“.
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