GMT ist die Abkürzung für Greenwich Mean Time, die 1884 auf der Internationalen Meridiankonferenz als globaler Standard festgelegt wurde. Dabei diente die Greenwich Mean Time (England) als Referenzpunkt für die Zeitzonen weltweit, indem die Erde in 24 Zeitzonen unterteilt wurde. Die Zeit an einem bestimmten Ort wurde dabei ungefähr als die Anzahl der Stunden in Relation zu GMT angegeben. Sydney, Australien, liegt beispielsweise bei GMT +10.
Der GMT-Standard wurde 1961 durch die wissenschaftlich präzisere koordinierte Weltzeit (UTC) ersetzt. Im modernen Sprachgebrauch wird jedoch weiterhin oft GMT verwendet, da die meisten Menschen diesen Begriff noch stark verinnerlicht haben. Daher werden Uhren mit Zeitzonenfunktion häufig als GMT-Uhren bezeichnet.
Bevor GMT eingeführt wurde, bestimmten die meisten Länder die Mittagszeit anhand der Sonne (wenn die Sonne direkt über ihnen stand) und nutzten diese Messung als Referenz für die lokale Zeit. Diese Methode funktionierte gut, bis die Menschen zu reisen begannen und der „Mittag“ je nach zurückgelegter Entfernung nach Westen zu einer anderen Zeit eintrat.

Mit der Einführung von GMT zeigte sich, dass einige sehr große Länder mehr als eine Zeitzone hatten und jeweils eigene Lösungen anwandten: Indien entschied sich für eine einzige Zeitzone und legte die Zeit für das gesamte Land auf die Mitte zwischen zwei Zeitzonen fest – daher die 30-minütige Abweichung. Oder China, das trotz einer Ausdehnung über bis zu vier Zeitzonen hinweg eine einzige Zeitzone (GMT +8) für sein gesamtes Territorium beibehält, während Russland bis zu sechs verschiedene Zeiten hat. Die offizielle Datumsgrenze (z. B. von Montag auf Dienstag) verläuft zwischen Alaska auf dem amerikanischen Kontinent und Sibirien am Rande der Russischen Föderation.
Uhren mit GMT-Funktion zeigen gleichzeitig zwei oder mehr Zeitzonen an, in der Regel mit einem zusätzlichen Zeiger auf einer speziellen Skala. Manchmal erfolgt dies jedoch auch über ein zusätzliches Hilfszifferblatt mit eigenen Zeigern (nur Stunden- oder sogar Minutenzeiger), über ein Fenster oder sogar über eine auf dem Hauptzifferblatt angebrachte Scheibe mit 24 Städtenamen, die den 24 Zeitzonen entsprechen: die sogenannten „Weltzeituhren“.
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Den wahren Norden mit dem GMT-Zeiger bestimmen
Der GMT-Zeiger kann auf der Nordhalbkugel auch als Kompass zur Orientierung genutzt werden: Halten Sie die Uhr parallel zum Boden und richten Sie den Stundenzeiger auf die Sonne. Der auf die gleiche Zeit eingestellte GMT-Zeiger zeigt dann in Richtung des wahren Nordens.