Vier australische Staatsbürger des von Hantaviren betroffenen Kreuzfahrtschiffs MV Hondius sind endlich auf dem Heimweg. Die Gruppe reiste zusammen mit einem ständigen Einwohner und einem neuseeländischen Staatsbürger am Donnerstag aus den Niederlanden ab und wird voraussichtlich am Freitag in Perth landen. Alle sechs Passagiere wurden negativ auf Hantaviren getestet und sind weiterhin symptomfrei, so der australische Gesundheitsminister Mark Butler.
Der Flug wird unter strengen Biosicherheitsprotokollen durchgeführt. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder werden während der gesamten Reise vollständige persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen. Nach der Ankunft in Perth wird die Gruppe direkt zur Quarantäneeinrichtung Bullsbrook in Westaustralien gebracht, wo sie eine obligatorische dreiwöchige Quarantänezeit verbringen muss.
Komplexer internationaler Rettungseinsatz
Die australische Regierung stand vor erheblichen logistischen Hürden, um diesen Rückführungsflug zu sichern. Das Außen- und Handelsministerium musste ein Flugzeug und eine Besatzung finden, die bereit waren, nach der Landung eine 48-stündige Quarantänezeit zu absolvieren, wie es die niederländischen Behörden verlangten. Gesundheitsminister Butler bezeichnete die Vereinbarung als „schwierig“ und wies auf die Notwendigkeit von Zwischenstopps zum Auftanken und einer Besatzung hin, die bereit sei, sich am Ende des Fluges zu isolieren.
„Man braucht eine Besatzung, die bereit ist, sich am Ende des Fluges zu isolieren, und man braucht einen Flug, bei dem zwischen den Niederlanden und Australien Auftankmöglichkeiten eingerichtet sind“, sagte Butler gegenüber ABC News. Die niederländische Regierung lobte die Zusammenarbeit mit Spanien und der Reederei und bezeichnete die Operation als „hochkomplex“.
Der Hantavirus-Ausbruch auf der MV Hondius
Der Ausbruch an Bord der MV Hondius hat nun 11 gemeldete Fälle erreicht, von denen neun offiziell bestätigt sind und drei Todesfälle zu beklagen sind. Das in den Niederlanden registrierte Schiff fährt derzeit mit 25 Besatzungsmitgliedern und zwei medizinischen Mitarbeitern an Bord nach Rotterdam. Es wird erwartet, dass es am Montag anlegt, woraufhin die Besatzung in Quarantäne geht und das Schiff einer „gründlichen Reinigungs- und Desinfektionsprozedur“ unterzogen wird.
Hantaviren sind eine Gruppe von Viren, die typischerweise durch infizierte Nagetiere über deren Kot, Urin oder Speichel übertragen werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr selten, aber das Virus kann schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Die australische Regierung hat Hantaviren unter den Biosecurity Act (Biosicherheitsgesetz) gestellt, was strenge Quarantäneanordnungen ermöglicht, um eine mögliche Ausbreitung zu verhindern.
Quarantäne- und Biosicherheitsmaßnahmen
Alle Rückkehrer werden für mindestens drei Wochen einer Quarantäneanordnung in der Einrichtung in Bullsbrook unterliegen. Auch die Flugbesatzung, die sie nach Hause bringt, muss sich entweder in Australien oder in einem anderen Land in Quarantäne begeben. Butler bestätigte, dass sich die Reisenden trotz der Tortur in „guter Gesundheit und relativ guter Stimmung“ befinden.
Die australische Regierung hat rund um die Uhr gearbeitet, um die Gruppe sicher nach Hause zu bringen. Die Verwendung vollständiger PSA und strenge Landeprotokolle unterstreichen den Ernst, mit dem die Behörden die Situation behandeln. Diese Operation setzt einen Präzedenzfall für die Bewältigung zukünftiger internationaler Gesundheitsnotfälle mit Kreuzfahrtschiffen.
FAQ: Hantavirus und der Ausbruch auf der MV Hondius
Was ist Hantavirus und wie wird es übertragen?
Hantaviren sind eine weltweit vorkommende Gruppe von Viren, die hauptsächlich durch Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Kot, Urin oder Speichel übertragen werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist äußerst selten. Das Virus kann das Hantavirus-Pulmonale-Syndrom (HPS) verursachen, eine schwere Atemwegserkrankung.
Wie viele Fälle und Todesfälle wurden auf der MV Hondius gemeldet?
Nach dem neuesten Stand gab es 11 gemeldete Fälle, von denen neun offiziell bestätigt sind. Drei Menschen sind an der Infektion gestorben. Die übrigen Passagiere und Besatzungsmitglieder werden engmaschig überwacht.
Welche Quarantänemaßnahmen gelten für die zurückkehrenden Australier?
Die sechs Passagiere werden in vollständiger PSA nach Perth geflogen und dann zur Quarantäneeinrichtung Bullsbrook in Westaustralien gebracht. Sie bleiben dort mindestens drei Wochen unter einer strengen Quarantäneanordnung. Auch die Flugbesatzung muss sich in Quarantäne begeben.
