Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat einen dramatischen Bruch mit der prorussischen Politik seines Vorgängers signalisiert und den russischen Botschafter nach einem massiven Drohnenangriff nahe der ungarischen Grenze einbestellt. Dieser Schritt markiert eine bedeutende Wende in Ungarns Haltung zum Ukraine-Krieg, da die neue Regierung Moskaus Vorgehen scharf verurteilt und ein Ende des Konflikts fordert.
Ungarns neue außenpolitische Ausrichtung
In einer Pressekonferenz erklärte Magyar: „Die ungarische Regierung verurteilt den russischen Angriff auf Transkarpatien aufs Schärfste.“ Er kündigte an, dass der Außenminister den russischen Botschafter treffen werde, um zu fragen, „wann Russland und Wladimir Putin endlich diesen blutigen Krieg beenden wollen.“
Dies steht in krassem Gegensatz zur abgewählten Vorgängerregierung, die diesen Monat abgewählt wurde. Unter der vorherigen Administration hatte Ungarn EU-Hilfen für die Ukraine blockiert und versucht, Kiews Bemühungen um einen EU-Beitritt zu verlangsamen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj antwortete auf X: „Danke für Ihr Mitgefühl und Ihre klare Haltung!“
Massiver Drohnenangriff auf die Ukraine
Russland feuerte am Mittwoch bei einem massiven Tagesangriff auf rund 20 Regionen der Ukraine mindestens 800 Drohnen ab. Die Angriffe erfolgten, während Kiew und Moskau nach einer kurzen Waffenruhe wieder Langstreckenangriffe austauschten. Ukrainische Beobachter registrierten mindestens acht Salven russischer Drohnen, darunter einige, die aus Belarus kamen, mit dem offensichtlichen Ziel der kritischen Infrastruktur Kiews.
Polen alarmierte als Vorsichtsmaßnahme aufgrund der russischen Luftangriffe auf die Ukraine Kampfjets, wie die polnische Armee mitteilte. Moskau leitete am frühen Donnerstag einen weiteren schweren Bombardement ein und feuerte nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe 675 Drohnen und 56 Raketen auf die Ukraine ab.
Erfolge der Luftabwehr und Schäden
Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, die Luftabwehr habe 652 russische Drohnen und 41 Raketen abgeschossen, und es seien 38 Treffer an 24 Orten registriert worden. An weiteren 18 Orten wurden Schäden durch Trümmer gemeldet, was die weitreichenden Auswirkungen der Angriffe verdeutlicht.
Gouverneure russischer Grenzregionen treten zurück
Die Gouverneure zweier russischer Regionen an der Grenze zur Ukraine, die beide häufige Ziele ukrainischer Angriffe sind, sind zurückgetreten. Wie der Kreml mitteilte, sind Wjatscheslaw Gladkow, Gouverneur der Region Belgorod, und Alexander Bogomas, Gouverneur der Region Brjansk, auf eigenen Wunsch zurückgetreten.
Russische Medien berichteten, dass Alexander Schuwajew, ein hochdekorierter Veteran, neuer Gouverneur von Belgorod ist, und Jegor Kowaltschuk, ein Bank-, Rechts- und Verwaltungsspezialist, Gouverneur von Brjansk geworden ist. Der Gouverneur der Grenzregion Kursk, Alexej Smirnow, wurde nach einem massiven Einfall ukrainischer Streitkräfte im Jahr 2024 entlassen und Anfang dieses Jahres wegen Korruptionsvorwürfen inhaftiert.
US-Hilfsgesetz für die Ukraine gewinnt an Fahrt
Befürworter eines Gesetzes in den USA zur Unterstützung der Ukraine und zur Sanktionierung Russlands haben eine kritische Schwelle erreicht. Abgeordnete sammelten 218 Unterschriften auf einer Petition, die in den kommenden Wochen eine Abstimmung im Repräsentantenhaus erzwingen wird. Das Gesetz soll die US-Hilfe für die Ukraine durch die Genehmigung von mehr als 1 Milliarde US-Dollar an Sicherheitshilfe und die Bereitstellung weiterer 8 Milliarden US-Dollar an Krediten festschreiben.
Obwohl die Maßnahme wahrscheinlich nicht Gesetz wird, wird die Abstimmung die Abgeordneten hinsichtlich ihrer Unterstützung für die Ukraine in die Pflicht nehmen. Diese Entwicklung kommt, während der Krieg in eine neue Phase eintritt, in der beide Seiten weiterhin Langstreckenangriffe durchführen und diplomatische Verschiebungen die Dynamik des Konflikts neu gestalten.
Wichtige Erkenntnisse aus dem Ukraine-Kriegs-Briefing
- Ungarns neuer Ministerpräsident verurteilt russischen Drohnenangriff und bestellt Botschafter ein
- Russland feuerte am Mittwoch 800 Drohnen ab, gefolgt von 675 Drohnen und 56 Raketen am Donnerstag
- Zwei russische Grenzgouverneure treten im Zuge anhaltender ukrainischer Gegenangriffe zurück
- US-Abgeordnete erzwingen Abstimmung über ein 9-Milliarden-Dollar-Hilfspaket für die Ukraine
Häufig gestellte Fragen
Warum bestellt Ungarns neuer Ministerpräsident den russischen Botschafter ein?
Péter Magyar bestellt den Botschafter ein, um gegen einen massiven russischen Drohnenangriff nahe der ungarischen Grenze in Transkarpatien zu protestieren. Dies stellt eine deutliche Abkehr von der prorussischen Haltung der vorherigen Regierung dar, da die neue Administration sich von Moskau distanzieren und die Ukraine unterstützen will.
Wie viele Drohnen und Raketen hat Russland bei den jüngsten Angriffen abgefeuert?
Russland feuerte am Mittwoch mindestens 800 Drohnen auf 20 ukrainische Regionen ab. Am darauffolgenden Tag startete Moskau 675 Drohnen und 56 Raketen. Die ukrainische Luftwaffe gab an, erfolgreich 652 Drohnen und 41 Raketen abgeschossen zu haben, obwohl 38 Treffer an 24 Orten registriert wurden.
Wie ist der Stand der US-Hilfe für die Ukraine?
Ein Gesetz zur Bereitstellung von über 1 Milliarde US-Dollar an Sicherheitshilfe und 8 Milliarden US-Dollar an Krediten für die Ukraine hat im US-Repräsentantenhaus 218 Unterschriften erhalten, was eine Abstimmung erzwingt. Obwohl das Gesetz einen unsicheren Weg zur Verabschiedung hat, wird die Abstimmung die Abgeordneten hinsichtlich ihrer Unterstützung für die Ukraine im anhaltenden Krieg in die Pflicht nehmen.
