Millionen besorgter Briten wenden sich dem Prepping zu, um sich auf ein mögliches großes Störereignis vorzubereiten. Neue Daten zeigen einen Anstieg bei der Bevorratung von Konserven, dem Aufbewahren von Bargeld zu Hause und dem Bereithalten batteriebetriebener Taschenlampen. Die von Link, dem britischen Geldautomatennetz, durchgeführte Umfrage unterstreicht die wachsende öffentliche Besorgnis über Bedrohungen, die von Cyberangriffen und Stromausfällen bis hin zu extremen Wetterereignissen und geopolitischen Konflikten reichen. Diese Verhaltensänderung verdeutlicht einen breiteren gesellschaftlichen Trend hin zur Notfallvorsorge in einer zunehmend chaotisch wirkenden Welt.
Laut der Studie besitzt fast die Hälfte der Befragten (49 %) batteriebetriebene Gegenstände wie Taschenlampen, während 47 % einen Vorrat an Konserven wie Baked Beans und Obstkonserven unterhalten. Jeder Fünfte besitzt einen tragbaren Gaskocher wie einen Campingkocher, und 15 % halten ein Analogradio für die Kommunikation ohne Netz bereit. Bemerkenswerterweise geben 17 % zu, zu Hause einen Bargeldvorrat zu haben, und 15 % haben speziell Banknoten und Münzen für Notfälle zurückgelegt.
Warum preparen die Briten jetzt?
Die Umfrage, an der über 4.000 britische Erwachsene teilnahmen, zeigt, dass 23 % derjenigen, die Vorsorgemaßnahmen ergriffen haben, dies in den letzten drei Monaten taten. Dieser Anstieg wird durch eine Reihe von Faktoren angetrieben: Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine, immer häufigere extreme Wetterereignisse und staatliche Warnungen vor der Verwundbarkeit der britischen kritischen Infrastruktur gegenüber Cyberangriffen. Die britische Regierungswebsite Prepare rät den Bürgern, einen Notvorrat an Lebensmitteln und Wasser anzulegen, was den Trend weiter anheizt.
Wichtigste Ergebnisse der Link-Umfrage
Die Daten zeichnen ein klares Bild davon, wie sich die Briten an wahrgenommene Risiken anpassen. Nachfolgend eine Aufschlüsselung der häufigsten Vorsorgemaßnahmen:
| Vorsorgemaßnahme | Anteil der Befragten |
|---|---|
| Batteriebetriebene Gegenstände (Taschenlampe usw.) | 49 % |
| Vorrat an Konserven | 47 % |
| Powerbank für Mobiltelefone | 37 % |
| Tragbarer Gaskocher (Campingkocher) | 20 % |
| Bargeldvorrat zu Hause | 17 % |
| Analogradio | 15 % |
Graham Mott, Strategiedirektor von Link, betonte die wachsende Rolle von Bargeld in der Resilienzplanung. „Angesichts der wachsenden öffentlichen Besorgnis über Bedrohungen wie Stromausfälle, Cyberangriffe und Störungen des Kartenzahlungsverkehrs preparen mehr Menschen, indem sie etwas Notfall-Bargeld zu Hause aufbewahren“, sagte er.
Wie die Briten auf Zahlungsstörungen reagieren würden
Die Umfrage untersuchte auch, wie die Menschen zurechtkämen, wenn Karten- und Mobilzahlungen nicht mehr funktionieren würden. Mehr als die Hälfte (54 %) gab an, Bargeld an einem Geldautomaten abzuheben, während 46 % auf bereits zu Hause vorhandene Vorräte zurückgreifen würden. Interessanterweise würden 41 % Bargeld verwenden, das sie bei sich tragen, und 36 % würden auf zu Hause aufbewahrtes Bargeld zurückgreifen. Nur 31 % gaben an, online einzukaufen, was die Grenzen des digitalen Handels während eines weit verbreiteten Ausfalls widerspiegelt.
Expertenrat zur Notfallvorsorge
Experten empfehlen einen ausgewogenen Ansatz beim Prepping. Die offizielle Anleitung der britischen Regierung empfiehlt, mit einem grundlegenden Notfallset zu beginnen, das Wasser, haltbare Lebensmittel, ein Erste-Hilfe-Set und ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio enthält. Finanzielle Vorsorge ist ebenso entscheidend: Die Aufbewahrung einer kleinen Menge Bargeld – typischerweise 50 bis 100 Pfund – an einem sicheren, aber zugänglichen Ort kann bei kurzfristigen Störungen helfen. Experten warnen jedoch davor, große Summen zu horten, aufgrund von Diebstahlrisiken und Inflation.
Für Prepping-Neulinge sollte der Fokus auf praktischen, kostengünstigen Schritten liegen. Ein paar zusätzliche Dosen Bohnen einzulagern, eine Taschenlampe zu kaufen und wöchentlich eine Powerbank aufzuladen, kann einen erheblichen Unterschied machen. Ziel ist es nicht, Angst zu schüren, sondern die Widerstandsfähigkeit gegenüber immer häufiger auftretenden Störungen aufzubauen.
FAQ: Notfallvorsorge im Vereinigten Königreich
F: Was sollte ich in ein grundlegendes Notfallset packen?
A: Ein grundlegendes Set sollte Wasserflaschen, Konserven (mit einem manuellen Dosenöffner), eine Taschenlampe, Ersatzbatterien, eine Powerbank, ein Erste-Hilfe-Set und ein Analogradio enthalten. Die britische Regierung empfiehlt außerdem, eine Liste mit Notfallkontakten und eine kleine Menge Bargeld bereitzuhalten.
F: Wie viel Bargeld sollte ich für Notfälle zu Hause aufbewahren?
A: Finanzexperten empfehlen, zwischen 50 und 200 Pfund in kleinen Scheinen aufzubewahren. Dieser Betrag reicht aus, um lebensnotwendige Einkäufe wie Lebensmittel und Treibstoff für ein paar Tage zu decken, ohne ein erhebliches Verlustrisiko durch Diebstahl oder Feuer einzugehen.
F: Wird Prepping im Vereinigten Königreich immer üblicher?
A: Ja. Die Link-Umfrage zeigt, dass 73 % der Briten mindestens eine Vorsorgemaßnahme ergriffen haben, mit einem deutlichen Anstieg in den letzten Monaten. Dieser Trend ist mit einem erhöhten Bewusstsein für Risiken durch Cyberangriffe, extremes Wetter und globale Konflikte verbunden.
F: Was sind die größten Bedrohungen, die dieses Verhalten antreiben?
A: Die Befragten nannten Stromausfälle, IT-Ausfälle, Naturkatastrophen und Cyberangriffe als Hauptsorgen. Obwohl Krieg in der Umfrage nicht explizit erwähnt wurde, tragen die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine zu einem allgemeinen Gefühl der Instabilität bei.
