Die US-Inflation ist im April auf 3,8 % gestiegen – der höchste Jahresanstieg seit 2023 –, da der anhaltende Krieg mit dem Iran die Energiekosten und die Alltagspreise für amerikanische Haushalte weiter in die Höhe treibt. Laut Daten des Bureau of Labor Statistics stieg der Verbraucherpreisindex im letzten Jahr um 3,8 %, eine deutliche Beschleunigung gegenüber den 3,3 % im März und den 2,4 % im Februar. Dies ist die zweite offizielle VPI-Messung seit der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten und unterstreicht die zunehmenden wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges.
Energiepreise treiben den Anstieg an
Die Energiepreise stiegen allein im April um 3,8 % und machten damit mehr als 40 % des gesamten monatlichen Anstiegs aus. Der sichtbarste Schmerzpunkt für die Verbraucher ist die Zapfsäule: Die Benzinpreise schossen im Jahresvergleich um 28,4 % in die Höhe. Der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Benzin liegt nun mehr als einen Dollar höher als vor einem Jahr, so Daten von AAA.
Die Ursache für diesen Anstieg ist die anhaltende Schließung der Straße von Hormus, einem kritischen Engpass, durch den normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung fließt. Die Ölpreise stiegen weiter, nachdem der ehemalige Präsident Donald Trump die Reaktion des Iran auf die US-Friedensvorschläge als „völlig inakzeptabel" bezeichnete, wobei der Iran sich weigerte, seine Nuklearanlagen abzubauen, und nur eine kürzere Moratoriumsfrist vorschlug.
Alltagskosten steigen flächendeckend
Neben Energie sind auch die grundlegenden Lebenshaltungskosten deutlich gestiegen. Die Lebensmittelpreise stiegen im vergangenen Jahr um 3,8 %, während Energiedienstleistungen (einschließlich Strom und Versorgung) um 5,4 % zulegten. Flugtickets schossen um 20,7 % in die Höhe – eine Belastung, die Reisende bereits deutlich zu spüren bekommen.
Der Kern-VPI, der die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise herausrechnet, stieg mit bescheideneren 2,8 % und liefert Hinweise darauf, dass der Inflationsanstieg in erster Linie energiegetrieben ist. Für die meisten Amerikaner ist jedoch die Gesamtinflationsrate das, was an der Kasse und an der Tankstelle zählt.
Globale Auswirkungen
Die wirtschaftlichen Schockwellen beschränken sich nicht auf die Vereinigten Staaten. Australien, Kanada, Südkorea und andere Nationen haben alle einen rapiden Anstieg der Inflation gemeldet. Britische Haushalte bereiten sich einer am Montag veröffentlichten PwC-Umfrage zufolge auf eine neue Lebenshaltungskostenkrise vor. Inzwischen zeigt der asiatische Fertigungssektor erste Anzeichen von Belastung, was die Kosten in den globalen Lieferketten in die Höhe treibt.
Wichtige Inflationsdaten auf einen Blick
| Kategorie | Veränderung April im Jahresvergleich |
|---|---|
| Gesamt-VPI | 3,8 % |
| Energiepreise | 3,8 % (monatlich) |
| Benzinpreise | 28,4 % |
| Lebensmittelpreise | 3,8 % |
| Energiedienstleistungen | 5,4 % |
| Flugtickets | 20,7 % |
| Kern-VPI (ohne Lebensmittel & Energie) | 2,8 % |
Fed-Politik unter Druck
Trotz steigender Inflation drängt die Trump-Administration weiterhin auf niedrigere Zinssätze, was Kredite verbilligen würde. Die Federal Reserve erhöht die Zinsen in der Regel bei hoher Inflation, um die Ausgaben zu drosseln, aber der designierte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh hat signalisiert, dass er mit der taubenhaften Haltung der Regierung übereinstimmt. Warsh muss die 11 stimmberechtigten Mitglieder der Fed davon überzeugen, die Zinsen trotz des VPI-Anstiegs zu senken.
Bei der letzten Sitzung der Fed stimmte nur ein Vorstandsmitglied für eine Zinssenkung. Der Vorstand nannte schwaches Beschäftigungswachstum und Unsicherheit im Nahen Osten als Hauptgründe für die Beibehaltung des Status quo. Die aktuellen Zinssätze liegen in einer Spanne von 3,5 % bis 3,75 %. Es wird erwartet, dass der US-Senat Warsh bald als Fed-Vorsitzenden bestätigt, da die Amtszeit des scheidenden Vorsitzenden Jerome Powell am Freitag endet.
FAQ: Den Inflationsanstieg im April verstehen
Was hat den Anstieg der US-Inflation auf 3,8 % im April verursacht?
Der Haupttreiber war ein monatlicher Anstieg der Energiepreise um 3,8 %, der über 40 % des Gesamtanstiegs ausmachte. Der anhaltende Krieg mit dem Iran und die Schließung der Straße von Hormus haben die globalen Öllieferungen gestört und die Benzinpreise im Jahresvergleich um 28,4 % in die Höhe getrieben.
Wie verhält sich diese Inflation im Vergleich zu den Vormonaten?
Im März lag die Inflation bei 3,3 %, nach 2,4 % im Februar. Der April-Wert von 3,8 % ist der höchste seit 2023 und stellt eine deutliche Beschleunigung dar, da sich der Konflikt im Nahen Osten verschärft hat.
Wird die Federal Reserve die Zinssätze trotz steigender Inflation senken?
Der designierte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh unterstützt niedrigere Zinssätze, steht aber vor dem Widerstand von Vorstandsmitgliedern, die wegen der Inflation und der Unsicherheit im Nahen Osten besorgt sind. Nur ein Mitglied stimmte letzten Monat für eine Senkung. Die Fed wägt das schwache Beschäftigungswachstum gegen die Notwendigkeit ab, die Preise zu kontrollieren.
Erleben andere Länder eine ähnliche Inflation?
Ja. Australien, Kanada, Südkorea und das Vereinigte Königreich melden alle steigende Inflation. Britische Haushalte stehen vor einer neuen Lebenshaltungskostenkrise, und der asiatische Fertigungssektor verzeichnet aufgrund von Lieferkettenunterbrechungen Kostensteigerungen.
