Der US Supreme Court entschied Ende März 2026 in Cox Communications v. Sony Music Entertainment, dass Internetdienstanbieter unter bestimmten Bedingungen für Urheberrechtsverletzungen haftbar gemacht werden können, die von ihren Abonnenten begangen werden.
Der Fall setzt einen wichtigen Präzedenzfall für den Umfang der sekundären Haftung von ISPs, mit potenziell weitreichenden Folgen dafür, wie Internetunternehmen die Nutzung ihrer Netze überwachen.
Hintergrund des Falls
Sony Music und andere große Musikrechteinhaber verklagten Cox Communications mit der Begründung, der ISP habe von wiederholten Urheberrechtsverletzern in seinem Netzwerk gewusst und trotz Tausender Verletzungsmitteilungen keine wirksamen Maßnahmen zu deren Unterbindung ergriffen.
Cox argumentierte, es sei durch die Safe-Harbor-Bestimmungen des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) vor Haftung geschützt, die Diensteanbieter vor Haftung für nutzergenerierte rechtsverletzende Inhalte schützen, wenn sie die vorgeschriebenen Notice-and-Takedown-Verfahren befolgen.

Das Urteil des Gerichts
Die Mehrheit war der Ansicht, dass Cox seinen DMCA-Safe-Harbor-Schutz verwirkt habe, weil es keine wirksame Richtlinie zur Kündigung der Konten von Wiederholungstätern umgesetzt habe. Das Gericht stellte fest, dass Cox ein finanzielles Interesse daran hatte, rechtsverletzende Abonnenten zu behalten, und die Möglichkeit besaß, deren Verhalten zu überwachen, wodurch die Voraussetzungen für eine stellvertretende Urheberrechtshaftung erfüllt seien. Der Fall wird nun an die unteren Gerichte zurückverwiesen, um die Schadensersatzsumme zu bestimmen, die Milliarden von Dollar erreichen könnte.
Auswirkungen auf die Internetbranche
Von dem Urteil wird erwartet, dass es ISPs unter Druck setzt, aggressivere Richtlinien für Wiederholungstäter umzusetzen, einschließlich automatischer Kontokündigungsauslöser basierend auf Schwellenwerten für Verletzungsmitteilungen. Kritiker warnen, dass dies zur Trennung von Nutzern aufgrund ungeprüfter Anschuldigungen führen könnte, was Bedenken hinsichtlich des ordentlichen Verfahrens und der Internetzugangsrechte aufwirft. Die Musik- und Unterhaltungsindustrie hat die Entscheidung als einen großen Schritt hin zu einer wirksamen Online-Urheberrechtsdurchsetzung begrüßt.
Was als Nächstes kommt
Branchenverbände fordern bereits den Kongress auf, den DMCA-Rahmen zu klären, um klarere Standards für die ISP-Safe-Harbor-Berechtigung zu schaffen. Technologiepolitik-Befürworter argumentieren, dass das Urteil Überdurchsetzung fördert und dass eine bessere Lösung darin bestünde, das Urheberrecht zu modernisieren, um den Realitäten der digitalen Verbreitung und des Streamings in den 2020er Jahren gerecht zu werden.
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