Am 1. April 2026 hörte der Oberste Gerichtshof der USA die mündlichen Verhandlungen in Trump v. Barbara an – einem der folgenreichsten Verfassungsfälle seit Jahren.
Zur Debatte steht, ob der Präsidialerlass von Präsident Trump, der das Ende des Geburtsortsprinzips für in den USA geborene Kinder von Eltern ohne dauerhaften legalen Status erklärt, mit dem Vierzehnten Zusatzartikel der Verfassung vereinbar ist. Trump nahm persönlich an der Verhandlung teil und wurde damit der erste amtierende Präsident in der US-Geschichte, der bei einer mündlichen Verhandlung anwesend war.
Die verfassungsrechtliche Frage
Der Vierzehnte Zusatzartikel besagt, dass alle Personen, die "in den Vereinigten Staaten geboren oder eingebürgert sind und ihrer Gerichtsbarkeit unterstehen", Bürger sind. Die Regierung argumentiert, dass die Klausel "und ihrer Gerichtsbarkeit unterstehen" Kinder von undokumentierten Einwanderern und Inhabern befristeter Visa ausschließt, weil ihre Eltern einem fremden Staat verpflichtet sind.
Rechtswissenschaftler aus dem gesamten ideologischen Spektrum haben diese Auslegung weitgehend als historisch unhaltbar in Frage gestellt.

Die enge Auslegung der Regierung
Generalstaatsanwalt D. John Sauer argumentierte, dass der Vierzehnte Zusatzartikel in erster Linie dazu gedacht war, die Staatsbürgerschaft für ehemals versklavte Amerikaner und ihre Nachkommen zu sichern – nicht, sie allen auf US-Boden geborenen Personen unabhängig vom Status der Eltern zu verleihen. Sauer hatte Schwierigkeiten, präzise Fragen der Richter zu beantworten, einschließlich der Frage, ob heute geborene Kinder von Ureinwohnern unter dem vom Weißen Haus vorgeschlagenen Test qualifizieren würden.
Gegner und die ACLU-Position
Die ACLU, die die Klägergruppe vertritt, argumentierte, dass etwa 5 Millionen in den USA geborene Kinder in den nächsten 20 Jahren betroffen wären, wenn die Durchführungsverordnung bestätigt würde. Mehrere Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten reichten unterstützende Schriftsätze ein, die die Unvereinbarkeit der Anordnung mit über 125 Jahren Rechtspräzedenzfall betonten. Die frühere Entscheidung von Richterin Amy Coney Barrett, die bundesweite einstweilige Verfügungen einschränkt, hat die Verfahrenslage des Falls geprägt und erfordert, dass er als Class-Action-Klage weitergeführt wird.
Was als Nächstes kommt
Eine Entscheidung wird voraussichtlich vor Ende der Amtsperiode des Gerichts Ende Juni oder Anfang Juli 2026 erwartet. Das Urteil wird voraussichtlich nicht nur die Frage des Geburtsortsprinzips klären, sondern auch grundlegendere Prinzipien bezüglich der Befugnis der Exekutive, die Verfassung einseitig neu zu interpretieren, verdeutlichen. Rechtsexperten glauben, dass die konservative Mehrheit des Gerichts aufgrund der Tenor der mündlichen Verhandlungsfragen skeptisch gegenüber der Position der Regierung zu sein scheint.
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